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Demenz bei Hunden

 

In den letzten Jahren werden in den tierärztlichen Praxen immer mehr Hunde mit Demenz-Symptomen vorgestellt. Es gibt nicht nur die senile Demenz, sprich Altersdemenz, sondern es gibt immer wieder Hunde, die schon im alter von acht bis zehn Jahren - also bereits im mittleren Lebensalter - erste Anzeichen von Demenz zeigen. Hauptsächlich mittelgroße Rassen mit einem Körpergewicht von 20 bis 25 kg sind betroffen. Die höchste Anzahl an Demenzerkrankungen findet man jedoch bei Hunden, die älter als zwöf Jahre sind.

Genau wie beim alten Menschen werden auch beim alten Hund die ersten Symptome der Demenz meist übersehen, da zu Beginn nur episodenhafte Probleme auftauchen. Der schleichende Prozess kann sich über viele Monate bis wenige Jahre hinziehen. Es sind oft Situationen, in denen sich der Hund nicht auskennt und kurzfristig desorientiert ist. Der Vierbeiner erkennt Personen oder Gegenstände nicht und weiß nicht, wo er sich befindet. Auch die Verarbeitung von Reizen hat sich geändert, zum Beispiel die Verarbeitung von akustischen und optischen Reizen. Es gibt Hunde, die ihr Leben lang gebellt haben, wenn es an der Haustüre geläutet hat und jetzt in der Demenz nicht mehr auf das Läuten reagieren, obwohl sie nicht taub sind. Der demente Hund fürchtet sich plötzlich vor wohlbekannten Gegenständen, wie z.B. vor einer Mülltonne. Häufig fällt auch auf, dass der Hund auf der falschen Seite der Türe wartet, weil er vergessen hat, auf welcher Seite die Tür aufgeht. 

Ebenso wie bei Menschen ändert sich auch beim dementen Hund der Wach-Schlaf-Rhythmus. Dem Tierhalter fällt auf, dass der Hund tagsüber immer mehr schläft, aber in der Nacht ruhelos umherwandert.

Da im Alter die Leistungsbereitschaft des Gehirns auch auf natürliche Weise abbaut, hilft nur ein kontinuierliches Lernen und trainieren. Es ist bekannt, dass Menschen, die bis ins hohe Alter geistig aktiv sind seltener dement werden. Auch bei Vierbeinern kann man denselben Effekt, nämlich die Aktivierung des Gehirns, durch geistige Forderung in Form von Training oder Suchspielen erreichen.

Eine optimale Ernährung und ein liebevolles anregendes Umfeld können bereits die Synapsenbildung im Gehirn verbessern, so dass die Demenz langsamer fortschreitet. Durchblutungsfördernde Medikamente und ein ausgewogenes Trainingsprogramm verzögern ebenfalls das Fortschreiten der Demenz. Eine Heilung ist leider nicht möglich.